Mittwoch, 23. August 2017

Salat mit Pfifferlingen, Apfel und Bacon


Ich sage es ja immer wieder, es gibt so Rezepte, die liest man und weiß sofort: "Das musst du auch mal machen". So geschehen bei diesem Salat, den ich auf einer italienischen Kochseite gefunden habe. Nun bin ich dieser Sprache nicht wirklich mächtig, die gängigen Zutaten und Mengenangaben verstehe ich doch schon, also war es kein Problem herauszufinden, was hier von mir verlangt wurde. Das Gute: Äpfel haben wir aus dem eigenen Garten und Pfifferlinge hatte ich noch ein paar vom Risotto vorgestern übrig. Die Pilze mussten dringend verarbeitet werden, also kam mir der Salat gerade recht.

Dienstag, 22. August 2017

Köfte


So langsam wird es Herbst und bevor die Drinnen-sitz-und-Raclette-mach Saison anfängt, muss noch schnell gegrillt werden, was es zu grillen gibt. Bratwurst ist ja bekanntlich nicht so meins, außer dem traditionellen Schinkengriller auf dem Weihnachtsmarkt, also landen bei mir meist Speisen aus fernen auf dem Grill. Heute gab es Köfte, das sind Hackfleischröllchen oder Bällchen die meist über offenem Feuer gegrillt werden, oft auf schwertähnliche, breite Spieße gesteckt. Köfte sind in der ganzen arabischen Welt, ja im ganzen Nahen Osten einschließlich Israel sehr beliebt. Mein Rezept stammt angeblich aus dem Irak. Da wir an unserer Schule auch einige irakische Kinder haben, werde ich versuchen, das zu Beginn des neuen Schuljahrs in NRW gleich mal zu verifizieren. Bis dahin lassen wir das einfach mal so stehen.

Montag, 21. August 2017

Risotto mit Safran und Pfifferlingen


Am Sonntag waren wir im Wald spazieren. Da habe ich Herbst- oder Totentrompetenngesehen. Die wollte ich auf dem Rückweg mitnehmen, habe die Stelle dann aber nicht mehr wiedergefunden. Die ebenfalls entdeckten Steinpilze entpuppten sich als Gallenröhrlinge. Dumm gelaufen, also kein Pilzmahlzeit gestern, stattdessen ein paar schnell improvisierte Spießigkeiten vom Grill. Also habe ich heute ein paar Pfifferlinge gefunden. Praktischerweise nicht im Wald und schon in Körbe verpackt. Da ich schonlänger Lust auf Risotto hatte und wir ja eigentlich ohnehin Pilze essen wollten, war der Fall klar ("Kombiniere, kombiniere!"): es gibt Pilzrisotto.

Samstag, 19. August 2017

Spareribs - volles Kalieber


Wer diesen Blog kennt, weiß, dass ich gerne unabhängig bleiben möchte und mich nicht vor einen Werbekarren spannen lasse. Manchmal nenne ich dann aber doch Ross und Reiter, besonders wenn ich von einer Sache hundertprozentig überzeugt bin und ich persönlich finde, dass sie Unterstützung verdient. Das ist auch heute bei Kalieber der Fall. Auch wenn ich nichts dafür bekomme (oder bekommen möchte) und auch, wenn die Truppe meinen unbedeutenden Blog sicherlich nicht als Unterstützung braucht, möchte ich trotzdem mein Lob für den Familienbetrieb, der sein Fleisch online vertreibt, loswerden.

Freitag, 18. August 2017

Zwiebelsuppe - the real deal (Soupe d'Oignon)


Zwiebelsuppe ist einfach, was soll man da verkehrt machen können? Zwiebeln anschwitzen, Mehl drüber, Brühe und vielleicht etwas Wein angießen, mit Salz, Pfeffer und vor allem Zucker abschmecken, Toastscheibe drauf und mit etwas Edamer überbacken. Zack, Bumm, Bongjour - fertig in maximal 30 Minuten. Meint man. Findet ihr den Fehler? Jawohl, bis auf Zwiebeln und Brühe ist hier so ziemlich alles falsch und der Grund, warum diese Suppe auf Speisekarten in Restaurants bei mir sofortige Fluchtreflexe auslöst.

Nur mal so ... (Teil 112)


Wie sang Helge Schneider doch einst? "Ich habe mich vertan!". Jawohl, auch ich habe mich vertan und gebe es freimütig zu. Was ist geschehen? Nun, bisher bin ich davon ausgegangen, dass es sich bei dem indischen Chilipulver, das ich benutze, dem Deggi Mirch um das legendäre Kashmiri-Chili handelt. Ich wurde jetzt durch Recherche eines besseren belehrt. Deggi Mirch ist zwar auch ein knallrotes, eher mildes Pulver, kann aber aus jeder Chilisorte hergestellt sein. Das, was ich eigentlich gebraucht hätte und jetzt dank schnellem Versand durch den India Store (kann man ruhig mal Werbung für machen, ich krieg da auch nichts für) ist Kashmiri Mirch.  Das ist noch milder im Geschmack, aber leicht rauchig, so in etwa wie eine Mischung aus Chili und gutem Paprikapulver. Die Farbe ist dafür noch intensiver. So soll das sein. 

Mittwoch, 16. August 2017

Biryani mit Huhn


Wer diesen Blog einigermaßen kennt, weiß, dass ich immer wieder Phasen habe, in denen ich ein Thema gerade zu manisch verfolge. Im Moment bin ich auf den indischen Subkontinent fixiert. Früher war man ja auf Kochbücher angewiesen, in denen aber oft, weil sie ja auch verkauft werden sollen, Rezepte an den europäischen Geschmack angepasst und Zutaten, die schwer zu beschaffen sind, weglassen wurden, beziehungsweise werden. Natürlich liebe ich es nach wie vor in Kochbüchern zu blättern, wenn es aber um wirklich originale Küche geht, hat das Internet schon sein Vorteile, besonders wenn man der Mami in Kashmir quasi über die Schulter in den Kahari schauen kann. 

Montag, 14. August 2017

Balti Chicken


Ich hatte ja neulich angekündigt, mich mal wieder in loser Abfolge mit den Küchen des indischen Subkontinents befassen zu wollen. Den Anfang machte ein Fischcurry mit Kokosmilch. Besonders die Sous-Chefin war begeistert und hat scheinbar äußersten Gefallen an würzigen Currys gefunden. Heute sind wir ein wenig weiter im Norden unterwegs, genauer gesagt in der Region Baltistan, die manchmal auch Klein-Tibet genannt wird und eine Division Pakistans ist. Dort mag man es vorwiegend scharf. Zwiebeln und Tomaten bilden meist, besonders beim moslemischen Hauptteil der Bevölkerung, die Grundlage der Currys. Zutaten also, die von den hinduistischen "Pandits" eher gemieden werden. Über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der indischen und pakistanischen Küche werde ich aber demnächst an anderer Stelle noch einiges erzählen. In diesem Zuge sollte dann auch die europäisierte Version dieser Küchen, besonders die Tradition der sogenannten BIRs (British-Indian-Restaurants) erwähnt werden.

Sonntag, 13. August 2017

Gratin de cuisine anti-gaspi


Frei nach Hans-Christian Andersen könnte man hier das Märchen "Des Auflaufs neue Kleider" erzählen. Antwortet man nämlich auf die Frage nach dem letzten Mahl mit "Resteessen-Auflauf" wird man zwar vielleicht gelobt, nichts verkommen zu lassen, kulinarische Begeisterungsstürme wird man wohl aber nicht hervorrufen. Gibt man dem Kind aber einen französischen Namen und nennt es gratin de cuisine anti-gaspi (von gaspillage = Verschwendung) wird man dem Einen oder Anderen doch ein ehrfürchtiges "Oh!" oder "Ah!" entlocken. Einige würden hier auch als "Auflauf à la Rumfort" (mit allem, was rumsteht und fort muss) sprechen und auch das klingt wesentlich vornehmer, als es wirklich ist. 

Samstag, 12. August 2017

Scàcce pummaroru e cipudda


Heute begeben wir uns in den südlichsten Teil Italiens und zwar nach Sizilien. Wie überall im Stiefelland hat auch hier Essen eine herausragende Bedeutung. An Vielfalt herrscht kein Mangel und durch die wechselhafte Geschichte der Insel sind auch fremde Einflüsse, wie zum Beispiel aus dem arabischen Raum unverkennbar. Natürlich gibt es auch Pizza. Die wird nämlich nicht nur unter dem Vesuv gemacht, sondern auch hier, im Schatten des Ätnas. Eine sizililianische Spezialität: scàcce oder in der Einzahl scàccia. Hier zeigt sich eine weitere Besonderheit Siziliens, nämlich die Sprache. In "normalem Italienisch" hieße unser heutiges Essen focaccia pomodoro e cipolla, in Sizilien aber scàcce pummaroru e cipudda. Auf deutsch wären das "Brotfladen mit Tomate und Zwiebel".

Freitag, 11. August 2017

Herzhafter Pfifferling-Hackfleischkuchen


Es geht mit großen Schritten auf den Herbst zu, so scheint es. Die Pilze sprießen schon im Wald und bald schon schon werden sich auch die ersten Flaschen Federweißer finden. natürlich nicht im Wald, sondern beim sympathischen Getränkeverkäufers des Vertrauens. Gut, Federweißen mag ich gar nicht, aber das oft dazu gereichte Mahl, nämlich Zwiebelkuchen, mag ich sehr. Ähnlichkeiten zu Flammkuchen und Quiche Lorainne  sind gegeben,m allerdings ist der Boden hier eher ein der Pizza nicht unähnlicher Hefeteig. Genauere Angaben zu "meinem" klassischen Rezept finden sich hier. Da immer das Gleiche schnell langweilig wird, variiere ich auch hier und habe diesmal, der Jahreszeit geschuldet, Pfifferlinge hinzugefügt - und Rinderhackfleisch. Das hatte ich und es musste verbraucht werden.

Mittwoch, 9. August 2017

Süßkartoffelpommes


Wenn es eine als "hip" geltende Zutat auf die Speisenkarten gut-bürgerlicher Restaurants geschafft hat, ist das meist ein untrügliches Zeichen dafür, dass sie den Zenit ihres Hypes längst überschritten hat. So auch bei der Süßkartoffel. Herkömmliche Kartoffeln gelten oft als ungesund (Stichwort: low fart carb), Süßkartoffeln aber irgendwie nicht. Man möchte meinen, die normale Knolle sei so cool wie Ernst Paschulke am Strand von Pattaya mit grauen Socken in den braunen Sandalen. Die Süßkartoffel hingegen erscheint als der barfüßige Nadelstreifenanzugträger, ohne Krawatte und Hemd aus der Hose, mit Tunneln um Ohr, Dutt und geflochtenem Vollbart. Möchte man meinen. Ist natürlich Quatsch. 

Dienstag, 8. August 2017

Fischcurry mit Kokosmilch Kerala Style


Der indische Subkontinent ist riesengroß, da wundert es nicht, dass auch eine große kulinarische Vielfalt herrscht und dass es DIE indische Küche eigentlich gar nicht gibt. Auch wenn alles oberflächig irgendwie nach Currys aussieht, sind in Bezug auf Zutaten, Würzung und besonders Schärfe doch erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen erkennbar und auch innerhalb einer lokalen Gemeinschaft gibt es sicher keine zwei Currys, die genau gleich schmecken. Heute begeben wir uns in den tropischen Südwesten, genauer gesagt in den Bundesstaat Kerala. Auf Grund der klimatischen Bedingungen ist die Kokosnuss ein wichtiger Bestandteil der dortigen Küche, sei es in Form von Kokosöl zum Braten oder der Milch zum Schmoren. Fisch wird auch gerne gegessen. Im Inland natürlich eher Süßwasserfisch, aber da bin ich nicht so der Freund von, also nehme ich unsere flossigen Freunde aus salzigeren Gefilden.

Sonntag, 6. August 2017

Griechische Grillspieße


Wer liebt sie nicht - Spieße vom Grill, gewürzt nach griechischer Art? Hierzulande werden sie als Souvláki in Restaurants meist aus Filet vom Schwein zubereitet. Kann man machen, muss man aber nicht. Mit durchwachsenem Fleisch, wie zum Beispiel Nacken, wird das Ganze nämlich viel leckerer und vor allem saftiger. Macht man in Griechenland übrigens auch so, dort auch oft mit Lamm oder Hammel. Da darf man vor Fett keine Angst haben, denn da steckt massig Geschmack drin. Beim Grillen schmilzt das Meiste ohnehin weg und sorgt für Saftigkeit.

Caccavelle alla Sorrentina


Sorrentino, zu Deutsch Sorrent, ist eine Stadt in der italienischen Provinz Kampanien, südlich von Neapel. Dort isst man natürlich, wen wundert es, gerne Pasta, inbesondere eine spezielle Pastasorte, nämlich caccavelle. Das sind riesengroße Riesenmuscheln, die nur in Handarbeit hergetsellt werden können. Ich wollte Caccavelle alla Sorrentina schon länger machen, leider ist die Pasta hier nicht so ohne Weiteres erhältlich und Versandkosten von über 20 Euro für 500 Gramm Teigware bei einschlägigen Onlinehändlern hat mich bisher eher abgeschreckt. Nun bin ich bei Hagen Grote fündig geworden und in diesem Falle mache ich gerne mal etwas Werbung, auch wenn ich nichts dafür bekomme. Die verschenken die Nudeln zwar auch nicht, aber man muss nicht gleich Haus, Hof und Erstgeborenen verpfänden.

Freitag, 4. August 2017

Nur mal so ... (Teil 111)


Ich wollt ja mit dem Kochen nie reich und berühmt werden und mich auch nicht dafür ausziehen, aber nun bin ich - oder besser gesagt eines meiner Gerichte, obwohl es auch nicht ursprünglich von mir ist - im der neuen Ausgabe des Chefkoch-Magazins veröffentlicht worden. Das Rezept für "Glasiertes Huhn mit Cashewkernen stammt ursprünglich aus Yan Kit-Sos Standardwerk Chinesische Küche und wurde von mir so ziemlich zeitgleich auf chefkoch.de und meinem Blog gepostet.

Donnerstag, 3. August 2017

Fettuccine alla Boscaiola


Nein, ich habe auch nicht vor, den heimischen Baumbestand zu reduzieren, auch wenn mein nächtliches Schnarchen, so die Gattin, dies nahe legen mag. Bei allen Schandtaten, die ich in meinem Leben zu verantworten habe, Baumfrevel gehört definitiv nicht dazu. Trotzdem liebe ich Pasta alla boscaiola oder zu Deutsch: nach Art der Holzfäller. Diese laufen ja den ganzen Tag im Wald herum und ernähren sich dann auch naturgemäß von dem, was sie da finden, zum Beispiel Beeren, Bären und - was weiß ich denn - frisch gelegten Fuchseier oder so. Vor allem aber Pilze. Steinpilze (porcini) sind sehr begehrt, aber natürlich auch finferli, also Pfifferlinge. Diese habe ich heute verwendet und sogar selbst ... gekauft. Ich werde die Tage aber mal die "geheimen" Ecken in den heimischen Wäldern absuchen und schauen, ob ich nicht auch fündig werde.

Mittwoch, 2. August 2017

Flammkuchen zweierlei


Letzter Ferientag für die Sous-Chefin hier in Niedersachsen (wir sind ab morgen schon in der 7. Klasse) und man wünschte sich Flammkuchen. Prima Sache und im Vergleich zu Pizza schnell gemacht. Beim Belag kann man sich aber auch hier kreativ austoben. Zum einen habe ich eigenhändig Pfifferlinge gesammelt - beim Gemüsehändler meines Vertrauens. Die ergänzen die klassische Speck-Zwiebelvariante hervorragend. 

Dienstag, 1. August 2017

The Best of July 2017


Auch der July 2017 ist nun Geschichte. Zurück aus dem Urlaub kann ich nun den August in Angriff nehmen, möchte aber, wie es mittlerweile zur Tradition geworden ist, den vergangenen Monat einmal Revue passieren lassen. Gepostet habe ich verhältnismäßig wenig, wenn man man bedenkt, dass ich zu gewissen Zeiten hier durchschnittlich mehr als einen Post pro Tag veröffentlicht habe. Trotzdem habe ich einen neuen absoluten Spitzenreiter, die reinen Klickzahlen betreffend. Das Salatdressing konnte sich deutlich im vierstelligen Bereich behaupten, für mich ein großer Erfolg, obwohl mir das am Ende des Tages auch egal ist. Ich habe es schon mal gesagt, ich schreibe diesen Blog aus Spaß an der Freude und erwarte nicht davon reich und berühmt zu werden.

Sonntag, 30. Juli 2017

Urlaub 2017 - der wahre Reisebericht



Ich bin wieder zu Hause und kann nun endlich die wahren Hintergründe meiner 14-tägigen Reise offenbaren. Ich habe die geneigte Leserschaft bisher im Glauben gelassen, ich wäre auf der Ostseeinsel Fehmarn Zelten gewesen. Das war aber nur Tarnung, denn in Wirklichkeit bin ich auf einer sehr gefährlichen, wissenschaftlich aber hoch brisanten und archäologisch bedeutsamen Mission in der Südsee, genauer gesagt auf dem sagenumwobenen Eiland Fhe-Marni unterwegs gewesen.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Das Leben als Nomade X: Restaurant Don Camillo e Peppone in Burg auf Fehmarn


Der Urlaub neigt sich in großen Schritten dem Ende entgegen und heute war so richtig unnötiger Stress. Beim Strandspaziergang an der Westküste zwischen Püttsee und Wallnau ist mir unbemerkt die Brille aus der Tasche gerutscht. Ich habe zwar noch eine Sonnenbrille mit Sehstärke, aber das Wahre ist das nicht. Also war Brille suchen angesagt. Praktischerweise hat diese aber die gleiche dunkelbraune Farbe wie der allgegenwärtige Seetang und es ist nur den Adleraugen der Gattin zu verdanken, das ich jetzt nicht blind wie ein Maulwurf in die Tasten haue und nur sjkntreitreviuiouu schreibe. Das ganze Manöver hat aber gut eine Stunde gedauert und anschließend hatte ich keine Lust mehr zum Kochen. Also sind wir noch mal Essen gegangen und haben diesmal tatsächlich einen Tisch im Don Camillo e Peppone bekommen, wo ich eigentlich schon am Dienstag hin wollte. Ich kann nur sagen, eine sehr gute Entscheidung.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Das Leben als Nomade IX: Nudeln mit Speck alla Panna


Nachdem das mit dem Italiener gestern nicht hingehauen hat, mach ich heute einfach selbst ein Pastagericht. Beim Zelten sind die Nudeln natürlich gekauft. Hier vertraue ich bei Supermarktware auf De Cecco. Da bin ich nie enttäuscht worden. Entäuschen muss ich euch dafür. Ich werde jetzt nämlich nicht behaupten, dass ich eine Carbonara gekocht habe. Der Shitstorm fällt also aus. 

Das Leben als Nomade VIII: Restaurant El Greco in Burg auf Fehmarn


Gestern hat es hier wie aus Eimern geschüttet und gestürmt. Einfach um mal kurz in einem Raum, mit Wänden, die sich nicht bewegen zu sitzen, sind wir abends Essen gegangen. Eigentlich wollte ich in Burg (Fehmarn) in das Don Camillo e Peppone, das sah eigentlich ganz gut aus. Dummerweise hatten wohl viele Mitmenschen den gleichen Gedanken und der Laden war bis unter die Decke voll. Da wir nun nicht noch stundenlang im Regen herumlaufen wollten, entschieden wir uns von italienisch auf griechisch umzuswitchen, wie es auf neudeutsch so schön heißt, und im El Greco nebenan einzukehren. Tatsächlich brachte man uns drei dort sehr charmant auch ohne Vorbestellung unter, sogar an einem gut platzierten Tisch. Freundliche Bedienung, die trotz volle Haus und offensichtlichem Stress auch freundlich bleibt ist schon mal ein großes Plus.

Montag, 24. Juli 2017

Das Leben als Nomade VII: Eine bierernste Schweinerei


Ich bin ja eigentlich nicht so der Grillsaucen-Typ. Ein guter Senf oder eine Kräuterbutter  reichen mir meist. Ketchup mag ich eigentlich gar nicht, aber für alle Regeln gibt es die Ausnahme. Diese hier ist sehr spontan entstanden und ich hatte die Gelegenheit, mich quasi selbst beim "entwickeln" dieser Sauce zu beobachten, denn eigentlich wusste ich vorher nicht, wo ich letztlich hin wollte. Begonnen hat das Ganze als Marinade und da ich davon reichlich hatte, wollte ich die nicht wegkippen, sondern irgendwie weiterverwenden. So ist dann daraus eine Sauce geworden. Das wusste ich aber vorher noch nicht. Nur eins war von Beginn an klar: ich wollte eine moderate Schärfe.

Sonntag, 23. Juli 2017

Das Leben als Nomade VI: Restaurant Borgo Antico in Burg auf Fehmarn


Auch im Urlaub versorge ich mich weitgehend am liebsten selbst, da weiß ich wenigstens, wovon mir schlecht wird. Trotzdem gehört auch der eine oder andere Restaurantbesuch dazu und das "Borgo Antico" (Hotel Marktwirtschaft) wird in den einschlägigen Saisonführern der Insel in den höchsten Tönen gelobt. Uns war nach italienisch, die Gelegenheit also, das Lokal einem kleinen nicht repräsentativen Test zu unterziehen.

Samstag, 22. Juli 2017

Das Leben als Nomade V: Alles Dorsch, oder was?


Manchmal herrscht babylonisches Sprachgewirr. Dorsch, Kabeljau - ist das nicht das Gleiche? Die Antwort ist ein klares Jein. Gewöhnlich nennt man den jungen, noch nicht geschlechtsreifen Kabeljau "Dorsch". An der Ostsee heißt der Fisch aber immer "Dorsch", egal wie alt er ist. Dafür ist er auch kleiner, als seine westlichen Verwandten. Bei meinem Fisch weiß ich nur, dass er hier aus diesen Gewässern stammt. Ob er mir an der Nordsee als Kabeljau verkauft worden wäre, kann ich nicht sagen. Wichtig ist nur, das man bei vertrauenswürdigen Händlern kauft, da diese Köstlichkeit durch Überfischung gefährdet ist.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Das Leben als Nomade IV: Burgermeister Meisterburger


Was soll ich dazu sagen, außer: "Burger vom Grill gehen immer". Ja, der Bun war gekauft, ebenso die Hamburgersauce mit Chili, aber da bitte ich beim Zelten um Nachsicht. Der Rest dafür lecker wie gewohnt und ich bin papp satt und rundum zufrieden. Auch, das wir das Zelt diesmal strategisch günstig in einer von Bäumen und Hecken geschützte Ecke aufgebaut haben. So können wir trotzdem davor sitzen und das Meer sehen, uns triftt aber kein auflandiger Wind. 2014 hat es uns in den Niederlanden (war das Orkan "Ela"?) buchstäblich das Zelt unter den Füßen weggerissen. Das brauchen wir nicht noch mal.

Dienstag, 18. Juli 2017

Das Leben als Nomade III: Rindfleisch aus dem Wok

Woken im Zelt? Geht das überhaupt? Na klar. Ich habe zwar nur meinen kleinen Wok dabei (habe ich 1997 mal bei Marks & Spencer in Edinburgh gekauft) und auch den großen Wokbrenner zu Hause gelassen, trotzdem geht das beim Zelten gut. Immerhin habe ich da wohl auch historische Vorbilder, denn eine Legende um die Entstehung des Woks geht auf reitendes Kriegervolk - vermutlich Mongolen - zurück, die unterwegs nicht viel Kochgeschirr mit sich herumschleppen konnten. Also haben sie ihre runden Metallschilde als Pfanne benutzt und Bingo! der Wok war geboren. Ich bin zwar nicht auf Kriegszug, nutze das Kochgerät aber trotzdem immer wieder gerne.

Montag, 17. Juli 2017

Das Leben als Nomade II: Es geht um die Wurst


Alle Jahre wieder kaufen wir zum Urlaub einen 2,50 Euro-Grill, benutzen ihn zwei Wochen und entsorgen ihn dann bei Abfahrt vor Ort. Das Meer ist groß und da macht so ein bisschen Schrott nichts aus. Auch gut für gebrauchtes Motoröl und alte Plastiktüten. Die Fische freuen sich immer über was zum spielen.

Sonntag, 16. Juli 2017

Das Leben als Nomade - Urlaub 2017


"Du als Oberstudienfuzzi könntest dir doch sicher etwas Besseres, als einen Zelturlaub auf Fehmarn leisten" bekomme ich manchmal zu hören. Könnte ich wahrscheinlich, will ich aber nicht. Ich, beziehungsweise wir mögen das Gefühl, der Natur nahe zu sein und goldene Wasserhähne und Marmorbäder brauchen wir auch nicht. Gut, wir reisen nicht ganz ohne Komfort. Unser 34 m² Zelt hat durchgehend 2,20 Meter Standhöhe, wir haben einen Kühlschrank, Kaffeemaschine, mehrere Gaskocher und alles andere Mögliche dabei. Auf eben diesen Kochern wird leckeres Essen unter freiem Himmel zubereitet, wenn nicht gerade der Grill glüht oder wir im Restaurant essen.

Freitag, 14. Juli 2017

School's Out For Summer 2017


Das Schuljahr 2016/17 wäre damit auch geschafft, zumindest hier in NRW. Morgen früh geht es dann Richtung Ostsee. Wie immer gilt der Hinweis: Schloss Westerhausen ist nicht unbewacht. Neben der Palastwache haben wir auch einen Mieter der da ist und aufpasst, es kommen ständig Verwandte zum Füttern des heimischen Wildbestands, sowie zur Hege und Pflege der Park- und Gartenanlagen. Die Hunde werden übrigens nur soweit gefüttert, dass sie nicht den Appetit auf Einbrecher verlieren. Habe ich den freilaufenden Komodowaran schon erwähnt? Der wird nur alle halbe Jahre gefüttert und hat mehr Bakterien im Speichel, als eine Biotonne ganz unten ...

Donnerstag, 13. Juli 2017

Alu Gobhi (Aloo Gobi)


Im Film Bend It Like Beckham (deutscher Titel "Kick it like Beckham") wird die Geschichte einer in Groß Britannien lebenden indischen Familie erzählt. Die Mutter ist um die Heiratsfähigkeit der Tochter Jess besorgt, da diese lieber Fußball spielt, anstatt zu lernen, wie man ein anständiges dahl oder aloo gobi kocht. Bei mir geht heute es weniger um die Eheschließung - mit dem Thema bin ich hoffentlich durch - sondern eher darum, erstens einen weiteren Eintrag von der to-do Liste streichen zu können und zweitens etwas Leckeres auf den Tisch zu bekommen. Wer mich kennt, weiß, dass ich eingefleischter .... äh ... Fleischesser bin, umso mehr mag es verwundern, dass dies hier nicht nur vegetarisch ist, sondern sogar den achtundachtzigsten Beitrag in der Kategorie vegan auf diesem Blog darstellt.

Montag, 10. Juli 2017

Sylter Dressing


Irgendwann in den Neunzigern des letzten Jahrtausends kamen Bekannte mit diesem Dressing - höchstselbst auf Sylt gekauft - zum Grillen und behaupteten: "Das hier ist der Knaller!" Ich habe das dann brav probiert und "Lecker!" gesagt, mir jedoch gedacht: "Ja okay, kann man machen, ist aber nichts, wofür ich Frau und Kind sitzen lassen würde". Wohlgemerkt, zu der Zeit hatte ich noch gar kein Kind und die Gattin war zwar schon meine Lebensgefährtin aber eben noch nicht die Gattin. Irgendwie wurde das Zeug dann Kult und war auch bei uns überall zu kaufen. Da ich mir aber generell nichts aus Fertig-Dressings mache, habe ich das nie beachtet. Heute wollte ich etwas frischen Salat zum Essen reichen und sah beim Einkaufen zufällig ein paar Gläser besagten Dressings strategisch günstig neben dem Gemüse aufgebaut. Das Ganze war so werbewirksam, dass ich mich spontan entschloss den Kram zwar immer noch nicht zu kaufen (ätsch!) sondern selbst zu machen. 

Samstag, 8. Juli 2017

T-Bone Steak von der Salzplanke mit Folien-Süßkartoffel


Wenn einen der kleine Hunger zwischendurch überfällt, darf es gerne mal ein Steak auf die Hand sein. So ein T-Bone ist ja doch eher für den hohlen Zahn und wenn man bedenkt, das Kühe Grasfresser sind und ich mein Fleisch eher medium rare mag, ist das hier eigentlich ein vegetarischer Rohkostteller. Ist natürlich völliger Blödsinn, ich weiß. Aber egal, ich habe heute auch nur einen Vorwand gesucht, die Salzplanke, die ich von lieben Freunden zum Geburtstag bekommen habe, zu benutzen. Eigentlich wollte ich ein schönes côte de bœuf haben, das gab es aber ausgerechnet heute nicht. Also habe ich zwei T-Bones für die Sous-Chefin und mich gekauft, die Gattin steht da nicht so drauf und bekam stattdessen ein leckeres Filet vom Charolais-Rind. 

Donnerstag, 6. Juli 2017

Spaghetti mit Zucchini und Rosinen


Braucht jemand noch eine sommerlich leichte Pasta? Diese hier ist schnell gemacht und dazu noch extrem lecker. Habe ich früher ganz häufig für die Gattin und mich gekocht, irgendwie dann aber Jahre lang nicht mehr auf dem Schirm gehabt. Heute morgen bekam ich aber die Ansage: "Ich hätte gerne etwa leichtes, mit Zucchini oder so." Also habe ich mich spontan an dieses Gericht erinnert. und tatsächlich, es schmeckt noch genau so gut, wie vor fünfzehn Jahren. Hätte ich ein italienisches Restaurant - und ich bin nicht so größenwahnsinnig jemals eins zu eröffnen - stünde diese Pasta sicher auf der Karte.

Montag, 3. Juli 2017

Schnelles Curryhühnchen


Ich weiß nicht, ob es anderen ebenso geht, aber mir passiert es immer wieder, dass ich gegartes Huhn übrig habe und dafür eine sinnvolle Verwendung suche. Meist ist das nach dem Kochen von Suppe der Fall. Diesmal stammte das Fleisch vom gestrigen Buffet. Als habe ich ganz einfach mit Bordmitteln eine Art Curry-Frikassee gemacht. Ähnlich wie eins meiner Lieblingsessen aus Kindertagen, nur eben einfacher und schneller.

Sonntag, 2. Juli 2017

Die Sous-Chefin hat Geburtstag und wünscht sich ein italienisches Büffet


Heute Abend um 23.30 wird es zwölf Jahre her sein, dass die Sous-Chefin das Licht der Welt erblickt hat und unser Leben im positiven Sinne auf den Kopf gestellt hat. Heute haben wir mit der Familie gefeiert, die Party mit ihren Freundinnen findet später satt, da bei uns schon Sommerferien sind und Einige schon verreist sind. 

Das Wetter ist momentan unbeständig, Grillen ist also ein Risiko. Das traf es sich gut, dass die Sous-Chefin andere Pläne hatte. Sie liebt Fingerfood und wünschte sich deshalb ein Büffet "mit italienischen Leckrigkeiten". Kein Problem, wird erledig, obwohl es deutlich mehr Arbeit als Grillen macht. Für die (nicht mehr ganz so) Kleine mache ich das aber natürlich gerne.

Caponata alla Siciliana

  
Caponata alla siciliana könnte man die süß-säuerlich abgeschmeckte Schwester des französischen Ratatouille nennen. Durch die Verwendung von Rosinen ist aber auch der orientalische Einfluss auf die Küche Siziliens erkennbar. Wir habe hier ein vielseitig verwendbares Gericht, dass als Beilage warm, aber auch kalt schmeckt und auch ganz hervorragend zu Pasta passt. Wie so oft bei diesen rustikalen Klassikern gibt es nicht DAS Rezept, sondern jeder Haushalt hat sein eigenes. Einig ist man sich nur, dass Auberginen enthalten sind und das Resultat eine süß-saure Note haben soll. Oft sind auch Kapern und Stangensellerie enthalten. Darauf musste ich heute verzichten, denn Sellerie war keiner mehr da und Kapern hab eich extra gereicht, weil wir Gäste hatten, von denen ich wusste, dass die meisten diese Knospe nicht mögen.

Samstag, 1. Juli 2017

The Best of June 2017


Zahlenmäßig war der Juni eher durchwachsen, ich habe aber auch nicht soviel gepostet, wie sonst. Die wenigen erfolgreichen Posts sind dann aber auch wesentlich häufiger angeklickt worden, als der Rest des Monats, das Gefälle war also groß. Erstaunlich: der bestbesuchteste Post des Junis ist der von gestern, über den Abschluss meiner 10er. Erfolgreicher war hier nur ein Bericht vom Pflasterfest in Hameln im letzten Jahr. Dass die beiden beliebtesten Einträge im Blog hier keine Rezepte von mir enthalten, gibt mir zwar zu denken, aber ich danke trotzdem fürs Klicken.

Freitag, 30. Juni 2017

Abschluss 2017


Wer nicht selbst eine Klasse (heißen bei uns "Stammgruppen") sechs Jahre begleitet und gesehen hat, wie aus Kindern Jugendliche, in manchen Fällen sogar Erwachsene wurden, wer nicht mitbekommen hat, wie Kinder, die nach der Grundschule abgeschrieben wurden, plötzlich Ehrgeiz entwickeln und doch noch gute Abschlüsse bis hin zur Befähigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erreichen, wer diese Kinder nicht gleichzeitig gehasst, geliebt, verflucht und bewundert hat, wer nicht an ihnen verzweifelt ist, gleichsam immer wieder positiv überrascht wurde, wer nicht durch sie, mit ihnen und für sie gelitten hat, wer nicht sein ganzes Herzblut in diese Kinder gesteckt hat, kann schlecht nachvollziehen, wie ich mich heute fühle. 

Donnerstag, 29. Juni 2017

Grilled Cheese-Bacon-Chicken Sandwich


"Was soll denn das jetzt hier? 'Ne Käsestulle mit Gedöns? Nicht sein Ernst!" So oder so ähnlich höre ich jetzt Milliarden meiner Lesern weltweit empört ausrufen. Ja, es gibt heute Käsebrote, die sind aber gegrillt und wahnsinnig lecker. Typisch amerikanisch, würde ich sagen, denn im Land der unbegrenzten Sandwichmöglichkeiten liebt man die grilled cheese Variante. Die habe ich heute noch etwas aufgepeppt und habe im Gegenzug dafür einen sättigenden und vor allem enorm leckeren Snack erhalten. 

Mittwoch, 28. Juni 2017

Nur mal so ... (Teil 110)


Was macht man, wenn man noch gegrilltes Fleisch, BauernsalatKrautsalat und Tzatziki von Vortag übrig hat? Genau, man besorgt sich Fladenbrot und macht sich einen Döner. Gut, das hier ist Schweinefleisch, also ist es mehr eine Mischung aus Gyros Pita und Döner. Trotzdem lecker und weil man weiß, was drin ist, auch sicher gesund. Wichtig: die richtige Tüte. Ich wickle die gefüllte Brottasche dann in der Küche auch noch in Alufolie ein und lasse sie ein paar Minuten liegen, bevor ich das orientalische Sandwich verzehre. Nur so geht das.

Dienstag, 27. Juni 2017

Neues vom Spießer


Es war mal wieder an der Zeit, die Gattin ist wieder ein Jahr schöner geworden. Wie es sich für den zeitgleich stattfindenden Sieberschläfertag so geziemt, hat es natürlich nach einem schönen Nachmittag pünktlich zum Entzünden der Grillkohle begonnen zu regnen. Das stört mich aber nicht, da bin ich eisenhart. Momentan bin ich in Schaschliklaune, also habe ich auch heute dieses Thema weiter verfolgt. Zunächst einmal die Lieblingsspieße der Gerburtstagsfrau: Hähnchenspieße nach japanischer Art.

Montag, 26. Juni 2017

Hähnchenfleischsalat chinesischer Art


Ich war heute anlässlich des bevorstehenden Geburtstages der Gattin noch schnell ein paar Dinge einkaufen. Gurken zum Beispiel, denn die brauche ich für Tzatziki. Und wie ich nun so an der Kasse meinen Einkauf Stück für Stück vom Band zurück in den Einkaufswagen lege, sehe ich, wie auf dem kundenzugewandten Display beim Eintippen von drei Salatgurken der Warenwert plötzlich auf gut 39.000 Euro steigt. Ich sage: "Gute Frau, nicht dass sie mich für geizig halten oder glauben, ich könnte mir ein gewisses Maß an Luxus nicht leisten, aber 13.000 Euro pro Gurke finde ich ja dann doch etwas übertrieben". Die Kassiererin gab mir da sofort uneingeschränkt Recht und stornierte die länglichen Eurosiden stante pede. Vermutlich hat die Kasse die Warennummer mit der Menge und dem Datum multipliziert. Schöne neue Welt. Aber spätestens beim Bezahlen wäre es wohl aufgefallen. Hoffe ich zumindest. Da fällt mir ein, ich habe vor Jahren an einer Tankstelle auch schon mal fast 10.000 DM für eine Packung Kaugummi bezahlen müssen ...

Sonntag, 25. Juni 2017

Schaschlik in tomatiger Marinade


Heute war ich mal wieder Spießer, aber auf eine leckere Art und Weise. Ich liebe ja Schaschlik auf russische oder kaukasische Art. Schöne saftige Fleischstücke, außen knusprig, innen zart und vollem Geschmack. Diesmal habe ich mich für eine tomatige Marinade entschieden. Ich habe außerdem einen Tipp ausprobiert, den ich im irgendwo mal gelesen habe, nämlich der Marinade eine pürierte Kiwi beizufügen. Das hat weniger geschmackliche Gründe, sondern eher chemische. Die Frucht enthält nämlich, ähnlich wie Ananas und Papaya, ein Enzym, das Fleisch zart machen soll. Fazit vorweg: ob das nun im Endeffekt etwas gebracht hat, kann ich nicht wirklich sagen. Das Fleisch war tatsächlich zart, aber auch Essig und Zwiebel wirken ähnlich und in wie weit das Enzym einen drei Zentimeter Würfel in vierundzwanzig Stunden durchdringen kann, weiß ich nicht. Geschadet hat es jedenfalls nicht, aber ich denke, es geht auch ohne Kiwi.

Samstag, 24. Juni 2017

Spaghetti cacio e pepe - mit Käse und Pfeffer


Simplicissimus hieß schon der erste deutschsprachige Abenteuer- und Schelmenroman im 17. Jahrhundert. Simpel kann auch eigentlich nie verkehrt sein, denn weniger ist oft mehr. Bei diesem Klassiker aus der Gegend um Rom verhält es sich wie mit so mancher Bademode: weniger wäre dann gar nichts. Ich glaube, ich hatte selten Rezepte mit weniger Zutaten. Trotzdem schmeckt das Ganze wirklich groß, wenn man auf die Qualität der Zutaten achtet. Die wird nämlich umso wichtiger, je weniger es davon gibt und je sparsamer mit Gewürzen umgegangen wird. Das es ein römisches Rezept ist, empfiehlt sich als Käse Pecorino romano. Ein guter Parmesan oder Grana gehen aber auch, bringen aber von Haus aus weniger Salzigkeit mit. Auch die Pasta ist entscheidend. In Rom nimmt man Tonnarelli. Das sind dünne, lange Nudeln mit quadratischen Querschnitt, ähnlich der Spaghetti alla chitarra. Bei deren Herstellung werden dünne Teigplatten mit einer Art Nudelholz über ein mit dünnen Drähten bespanntes Brett (die "Gitarre = chitarra) gerollt und so in dünne, lange Fäden gerollt. Ich mag diese Pasta, weil sie leicht dicker als herkömmliche Spaghetti sind, dadurch mehr Geschmack haben und auch ihren Biss behalten. 

Freitag, 23. Juni 2017

Fischfrikadellen


Wie heißt es doch so schön? "Fischers Fritz fischt frische Fischfrikadellen" ... oder so ähnlich. Gefischt habe ich diese hier zwar nicht, aber zubereitet. Das Resultat könnte sich so auch in einem Waterkant-Burger, beziehungsweise Bremer wiederfinden, wobei ich immer nicht weiß, ob letzterer Name nur die Frikadelle oder das ganze Konstrukt mit Brötchen und Schisslaweng bezeichnet. Vielleicht auch beides. Aber auch egal, dieser maritime Bremsklotz schmeckt auch ohne Teigwaren. Kartoffeln und Erbspüree sind gute Begleiter, dazu dann unsere leckere Gloucestersauce und fertig ist ein leckeres Mahl.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Gloucestersauce


Die Gloucester-Sauce ist, genau wie die Worcestersauce, mal wieder mal so ein Ding, das phonetisch die Spreu vom Weizen trennt. Man kann sie zwar ganz essen, muss dabei aber auch einige Buchstaben des Namens verschlucken. Das Ergebnis ist dann eine "Gloster-Sauce". Bei dieser handelt es sich um eine Variante der Mayonnaise aus Groß Britannien, die gerne zu kaltem Braten und Fisch gereicht wird. Man könnte auch von einer Art Sauce Tartare sprechen.  

Mittwoch, 21. Juni 2017

Cremiges Ragout von Spargel und Huhn auf Pasta


So, da bin ich wieder, nach ein paar Tagen Absenz vom Herd. Es war mir einerseits viel zu heiß, um den Flammen eines Gasherd zu nahe zu kommen. Andererseits fehlte mir in den letzte Tagen auch einfach die Zeit zu kochen. Wir sind in NRW ja im Schuljahresendspurt. Da bin ich immer zwiegespalten. Auf der einen Seite hätte ich lieber jetzt als morgen Ferien, auf der anderen würden drei Wochen mehr nicht schaden, damit man noch bequem alles schaffen kann, was geschafft werden muss. Aber wie heißt es so schön? Irgendwas ist ja immer ...

Samstag, 17. Juni 2017

Nur mal so ... (Teil 109)


Wenn jetzt ein Riss im Zeit-Raum-Kontinuum entsteht und das Universum im Chaos versinkt oder alternativen Zeitlinien folgt - meine Schuld ist es nicht. Zumindest nicht absichtlich. In meinem Tages-, beziehungsweise Wochenablauf ist es aber bereits zu ersten Fluktuation gekommen und alles verschiebt sich um einen Tag nach hinten. Grund der Zeitanomalien ist nicht etwa ein spontan aufgetretenes Wurmloch in meiner Küche oder ein umgekehrter Tachyonimpuls, sondern der Wunsch der Sous-Chefin, Lasagne essen zu wollen. Also habe ich die Tage einen riesigen Topf Ragù alla Bolognese gekocht, natürlich nach dem - und ich werde nicht müde, es zu erwähnen - einzig wahren ricetta tradizionale, dem offiziellen Rezept der Stadt Bologna. Insgesamt vier Kilogramm. Ein Teil davon ist heute in obige Lasagne mit fünf Schichten grüner Pasta, vier Schichten Ragù, Sauce Béchamel und Parmesan gewandert.