Freitag, 23. Juni 2017

Fischfrikadellen


Wie heißt es doch so schön? "Fischers Fritz fischt frische Fischfrikadellen" ... oder so ähnlich. Gefischt habe ich diese hier zwar nicht, aber zubereitet. Das Resultat könnte sich so auch in einem Waterkant-Burger, beziehungsweise Bremer wiederfinden, wobei ich immer nicht weiß, ob letzterer Name nur die Frikadelle oder das ganze Konstrukt mit Brötchen und Schisslaweng bezeichnet. Vielleicht auch beides. Aber auch egal, dieser maritime Bremsklotz schmeckt auch ohne Teigwaren. Kartoffeln und Erbspüree sind gute Begleiter, dazu dann unsere leckere Gloucestersauce und fertig ist ein leckeres Mahl.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Gloucestersauce


Die Gloucester-Sauce ist, genau wie die Worcestersauce, mal wieder mal so ein Ding, das phonetisch die Spreu vom Weizen trennt. Man kann sie zwar ganz essen, muss dabei aber auch einige Buchstaben des Namens verschlucken. Das Ergebnis ist dann eine "Gloster-Sauce". Bei dieser handelt es sich um eine Variante der Mayonnaise aus Groß Britannien, die gerne zu kaltem Braten und Fisch gereicht wird. Man könnte auch von einer Art Sauce Tartare sprechen.  

Mittwoch, 21. Juni 2017

Cremiges Ragout von Spargel und Huhn auf Pasta


So, da bin ich wieder, nach ein paar Tagen Absenz vom Herd. Mir fehlte in den letzte Tagen einfach die Zeit zu kochen. Wir sind in NRW ja im Schuljahresendspurt. Da bin ich immer zwiegespalten. Auf der einen Seite hätte ich lieber jetzt als morgen Ferien, auf der anderen würden drei Wochen mehr nicht schaden, damit man noch bequem alles schaffen kann, was geschafft werden muss. Außerdem war es ohnehin viel zu heiß, um den Flammen eines Gasherd zu nahe zu kommen. 

Samstag, 17. Juni 2017

Nur mal so ... (Teil 109)


Wenn jetzt ein Riss im Zeit-Raum-Kontinuum entsteht und das Universum im Chaos versinkt oder alternativen Zeitlinien folgt - meine Schuld ist es nicht. Zumindest nicht absichtlich. In meinem Tages-, beziehungsweise Wochenablauf ist es aber bereits zu ersten Fluktuation gekommen und alles verschiebt sich um einen Tag nach hinten. Grund der Zeitanomalien ist nicht etwa ein spontan aufgetretenes Wurmloch in meiner Küche oder ein umgekehrter Tachyonimpuls, sondern der Wunsch der Sous-Chefin, Lasagne essen zu wollen. Also habe ich die Tage einen riesigen Topf Ragù alla Bolognese gekocht, natürlich nach dem - und ich werde nicht müde, es zu erwähnen - einzig wahren ricetta tradizionale, dem offiziellen Rezept der Stadt Bologna. Insgesamt vier Kilogramm. Ein Teil davon ist heute in obige Lasagne mit fünf Schichten grüner Pasta, vier Schichten Ragù, Sauce Béchamel und Parmesan gewandert.   

Freitag, 16. Juni 2017

Rhababersaftschorle


Das heutige Rezept hast die Gattin zu verantworten. Nach eingehender Inspektion des Gartens kam sie zu dem Entschluss, das der vermutlich letzte Rhabarber des Jahres sofort zu verarbeiten sei. Ihr Ansinnen war es, diesen in Saft zu verwandeln. Bei unserem Kurzausflug nach Spiekeroog neulich hatten wir diesen als kühle Schorle bei 30° C sengender Hitze auf der Terasse eines Cafés getrunken und für lecker und sehr erfrischend befunden. Klarer Fall, das wir zu Hause nachgebaut und das möglichst ohne Beimischung von 40% Apfelsaftkonzentrat, wie bei industriellen Produkten so üblich.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Kentucky Grilled Chicken


Ja, ich habe Grillgut schon mal ansprechender angerichtett, aber ich musste das buchstäblich unter Dach und Fach kriegen, bevor das Unwetter losbrach. Nein, ich meine hier ausnahmsweise mal nicht die Lipper, die heute wieder in Scharen aus dem grenznahen NRW bei uns auf der Suche nach Futter und Glasperlen eingefallen sind. Von denen habe ich diesmal nicht viel mitbekommen. Ich meine das heftige Gewitter, das plötzlich gegen 19.00 direkt über uns stand und grelle Blitze mit sofortigen Donner und wolkenbruchartige Niederschläge mit sich führte. Eine halbe Stunde dann überall Sirengeheul, Einsatzwagen der Feuerwehr in und aus allen Richtungen, da war richtig was los. Ich will nur hoffen, das keine Personen zu Schaden gekommen sind und auch der Rest sich im erträglichen Rahmen hält. Ich bin jedenfalls gerade so mit Grillen fertig geworden - essen mussten wir dann schon drinnen - deshalb ist das Bild auch mehr so nebenbei entstanden.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Risotto mit weißem Spargel


Und wieder möchte ich Faust zitieren: "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust". Als arbeitstechnischer Nordrhein-Westfale begrüße ich natürlich den freien Tag am morgigen Donnerstag. Als Bewohner eines grenznahen Dorfes in Niedersachsen verfluche ich ihn, den ich weiß, sie werden kommen. Horden von Barbaren mit dem hier so gefürchteten Kennzeichen LIP. Wenn die hier einfallen, weil es zu Hause nichts zu kaufen gibt (und der Lipper denkt dann, es gibt nie weider etwas), lebt man gefährlich, wenn man nur den Fuß vor die Tür setzt. Es sind schon nichtsahnende Niedersachsen im eigenen Hausflur von Lippern überfahren worden. Straßenverkehrsordnung? Mit dem LIP auf dem Nummernschild ist das etwas, was generell nur anderen passiert. Ähnliches kenne ich nur aus Brüssel. Aber zum Glück habe ich vorgesorgt und muss morgen nicht einkaufen. Trotzdem werde ich auf dem Weg ins Badezimmer beim Überqueren des Flurs brav nach links, rechts, links und dann wieder nach rechts sehen. Man weiß ja nie, ob hinter dem Kühlschrank ein Opel Corsa-Fahrer mit Hut aus Kalletal parkt und nur darauf wartet, dass ich ihm vor den Kühler laufe ..

Dienstag, 13. Juni 2017

Filetti di orata al limone - Filets von der Dorade auf cremiger Zitronensauce


Die Dorade, oder Goldbrasse, zählt sicher nicht zu den Edelfischen. Im Gegenteil, verglichen mit Wolfsbarsch oder anderen Köstlichkeiten, ist sie ein vergleichsweise eher preiswertes Vergnügen. Dafür liefert der Fisch aber auch viel Geschmack und ist vielseitig einsetzbar. Im Ganzen gegrillt oder gebraten, im Salzmantel, als Filet - die Möglichkeiten sind vielfältig. Ich habe drei schöne Doraden erstanden und mich entschieden, diese als Filets auf der Hautseite gebraten zu servieren. Ich habe mich hier italienisch inspirieren lassen und eine zitronige Sauce dazu gereicht. Das heißt dann im Land des Stiefels "Filetti di orata al limone". Klingt doch schon wahnsinnig lecker, oder?

Montag, 12. Juni 2017

Pasta mit Pancetta, Anchovis und Oliven


Es gibt so Dinge, die sieht man und denkt sich: "Ja, das will ich auch, aber sofort". So erging es mir mit dieser Pasta, die mich gestern auf dem Profil eines Bekannten auf Geischtsbuch anlächelte. (Ich meinte natürlich "Gesichtsbuch", aber wenn ich das jetzt ändere, macht der nette Kommentar unten keinen Sinn mehr.) Der gute Alex hatte sie selbst nach einem Restaurantbesuch nachgekocht, aber nur die Zutaten genannt. Kein Problem, mit etwas Erfahrung und gesundem Menschenverstand geht das auch ohne Rezept. Das Resultat ist eine schöne Sommerpasta, die entfernt an eine Puttanesca erinnert. Mit hausgemachter Pasta sicher noch eine Klasse besser, aber da fehlt mir unter der Woche momentan einfach die Zeit dazu.

Sonntag, 11. Juni 2017

Birthday Party 2017


So, dann wäre die diesjährige Geburtstagsparty mit Freunden auch erledigt. Es ist ja immer eine Doppelparty, denn Nicole, die beste Freundin der Gattin und außerdem unsere Nachbarin, hat ein paar Tage vor mir Geburtstag und da sich die Freundeskreise überschneiden, feiern wir seit Jahren zusammen. Wie in den beiden Jahren zuvor gab es auch diesmal Burger. Kann man nichts mit verkehrt machen. 

Donnerstag, 8. Juni 2017

Nur mal so ... (Teil 108)


Nun sind ja, wie ich stets sage, der Alterungsprozess und körperlicher Verfall an sich keine Leistungen, zu denen man anderen gratulieren sollte, trotzdem fühlen sich Bekannte und Verwandte jedes Jahr berufen, mir an diesem Tag Jahr "alles Gute" zu wünschen. Je älter ich werde, desto häufiger folgt der Zusatz: "... und vor allem Gesundheit, das ist ja das Wichtigste". Als wären ein Sechser im Lotto, ein schicker Sportwagen oder eine Yacht im Mittelmeer völlig unwichtig, aber ich weiß ja, wie es gemeint ist. Heute war die Verwandschaft zu Besuch und während sich die "ältere Generationen" über spannende Themen wie Herz-Wassergymanstik oder die Vorteile einer Mitgliedschaft in der Rheumaliga (gibt es da auch eine Relegation?) austauschte, stand ich am Grill und habe versucht, Dinge von roh in lecker zu verwandeln - ohne mich selbst anzuzünden.

Dienstag, 6. Juni 2017

Pasta mit frischen Tomaten


Irgendwer hat neulich geschrieben: "Endlich schmecken Tomaten wieder nach Tomaten". Ich kann das nur voll unterschrieben. Die Cocktailtomaten auf der Pizza gestern waren schon geschmacklich der Hammer, also habe ich mir heute gleich mehr davon besorgt, um sie ganz schlicht und leicht geschmort zu Pasta zu servieren. Das habe ich diesmal spaghetti alla chitarra genommen. Das ist eine lange, dünne und vor allem quadratische Pasta, die hergestellt wird, indem man den dünn ausgerollten Nudelteig mit einem Rundholz über ein mit dünnen Drähten bespanntes Brett rollt. Dieser Apparat erinnert entfernt an Saiteninstrumente, deshalb der Name: chitarra (sprich: kitarra). Man muss kein Dolmetscherdiplom haben, um zu erahnen, um welches Musikgerät es sich handelt. Übrigens: nehmen wir Nudeln nur aus Hartweizen und lassen den Mozzarella weg, haben wir sogar ein veganes Gericht. Es sei denn, Tomaten und Kräutern wurden mit tierischen Dünger behandelt. Oder im Kleber des Weinetikettes ist tierisches Eiweiß. Eine Garantie kann man da nicht geben ...

Montag, 5. Juni 2017

Pizza mit Brokkoli, Spargel und Pesto


Ich hatte Lust auf Pizza. Also habe ich welche gemacht. Ich hatte die ganze Zeit eine Idee für den Belag im Kopf, aber als ich Samstag Einkaufen fuhr, stand ich im Laden und wusste nichts mehr. Also habe ich wahllos nach Zutaten gegriffen, die sich auf Pizza gut machen. Daraus ist dann tatsächlich etwas leckeres geworden, obwohl ich immer noch nicht weiß, was ich eigentlich machen wollte. Aber egal, nicht dran denken, die Erinnerung kommt dann irgendwann von alleine. Es sei denn, ich bin schon so verwirrt, dass ich nur einbilde, eine Idee gehabt zu haben, obwohl ich gar keine hatte. Can I be trusted?

Freitag, 2. Juni 2017

The Best of May 2017


So, nun wäre auch der Mai 2017 geschafft. Es war wieder ein leckerer Monat, der, zumindest was die meistgelesenen Rezepte im Blog betrifft, ganz im Zeichen der orientalischen und besonders der persischen Reisküche gestanden hat. So ganz nebenbei war es auch knapp der vierterfolgreichste Monat in der dreieinhalbjährigen Geschichte dieser Seite.

Jamaican Jerk Rib


Ein langes, wenn auch nicht ganz arbeitsfreies Wochenende steht vor der Tür. Das Wetter passt immer noch, also gibt es keinen Grund nicht zu grillen. Ich versuche ja immer eine Balance zwischen Bewährtem und Neuem zu finden, deshalb hat es mich heute würztechnisch in die Karibik, genauer gesagt nach Jamaica verschlagen. Beliebt sind dort Jerks, leicht scharfe Mischungen, die neben Cayennepfeffer auch Zimt und, ganz wichtig, Piment enthalten. Beliebt Fleischsorte sind Huhn und Schwein, aber auch Fisch und Meeresfrüchte werden so gewürzt. Ich habe hier dicke Rippe, eine meiner Lieblingspartien beim Borstenvieh.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Gegrilltes Nackensteak nach Gyrosart


Es ist 23.00 Uhr un dich sitze am Schreibtisch und arbeite noch. Bei uns in NRW sind Mitte Mai die Zentralen Prüfungen im Jahrgang 10 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch geschrieben worden. Diese Prüfungen sind auf Gesamt-, sowie Haupt- und Realschulen von besonderer Bedeutung für den Abschluss unserer Klientel. In Englisch, also meinem Fach, gab es einige Aufregung, da eine (recht erfolgreiche) Onlinepetition gestartet wurde, die Schwere der Aufgaben beklagte und eine Wiederholung der Prüfungen forderte. Das Ministerium nahm diese Beschwerden stellte der Schülerschaft frei, die Englischprüfung mit anderen Aufgaben komplett zu wiederholen oder aber die bereits absolvierte Prüfung mit milderen Korrekturraster (wird vom Ministerium vorgegeben) bewertet zu bekommen. Es ist es ja grundsätzlich gut, wenn im Sinne der Kinderlein entschieden wird, für uns bedeutet das aber leider mehr Arbeit, da nun einige Prüfungen doppelt korrigiert werden müssen. Ich habe noch vier Stück vor mir, dann bin ich mit meiner Gruppe durch.

Dienstag, 30. Mai 2017

Grillspieße und Kräuterbutterbaguette


Gebranntes Kind scheut das Feuer? Quatsch! Ich grille weiter, auch einhändig, wenn es sein muss. Meine Devise: Fehler können passieren, sie sind sogar notwendig. Ohne Fehler keine Entwicklung und die Menschheit würde noch immer auf den Bäumen sitzen. Es ist nur wichtig, dass man aus Fehlern auch wirklich lernt. Den selben Fehler zweimal machen, das ist unverzeihlich. Obwohl ich Leute kenne, die Fehler nicht zweimal, sondern lieber gleich zehnmal machen, nur um ganz sicher zu gehen. So einer bin ich nicht. Ich habe meine Lektion gelernt und werde mich so schnell nicht wieder beim Grillen selbst anzünden.

Montag, 29. Mai 2017

Vegetarische Lasagne mit Karotten-Zucchini-Ragù


Mit dem Bloggen ist das wie mit Sport. Solange man im Rhythmus drin ist, läuft es fast wie von selbst. Setzt man, warum auch immer, ein paar Mal aus, ist es manchmal unheimlich schwer, wieder in Tritt zu kommen.Zumindest mir geht es so. Zumindest mir geht es so. Damit das hier wieder in Fahrt kommt, überwinde ich den inneren Schweinehund und ködere ihn mit Lasagne. Die bleibt nämlich auch im vegetarischen Zustand die Königin aller Nudelgerichte. Klar, als Lasagne al forno mit Ragù alla Bolognese nach dem einzig wahren ricetta tradizionaleist der Auflauf natürlich unschlagbar, aber auch so super-lecker und besonders bei Temperaturen um die 30° C auch leichter.

Mittwoch, 24. Mai 2017

Linguine in trüffliger Schinken-Sahnesauce


Einer der Vorteile, wenn man einen Mieter im Hause wohnen hat, ist, dass man unbeschwert einfach mal einpaar Tage weg kann, ohne Angst zu haben, dass einem in Abwesenheit die Hütte ausgeräumt wird. Also werden wir - die Gattin, die Sous-Chefin und ich, der alte Mann, uns morgen einfach ins Auto setzen und aufs Blaue hinauf an die Küste fahren. Kochen werde ich da nicht, also wird das nächste Lebenszeichen vermutlich aus irgendeinem norddeutschen Fischrestaurant kommen. Weil wir also gerade dabei sind, das Auto mit dem Nötigsten zu bepacken und weil ich durch meine verbrannte Flosse, auch wenn es nur die Linke ist, beeinträchtigt bin, gibt es eine schnelle Pasta mit Schinken und schwarzem Sommertrüffel. 

Dienstag, 23. Mai 2017

Kleine Kunde der Gewürzmischungen


Mittlerweile habe ich schon einige Würzmischungen im Blog. Es gibt auch einen "Tag" der darauf verweist. Aber nachdem wir hier schon eine kleine Salzkunde (Teil II hier), sowie eine kleine Pfeffer- und auch Chilikunde haben, dachte ich mir, auch Gewürze sollten zu ihrem Recht kommen. Hier also in einem Beitrag die essentiellen Mischungen. Die sehen zwar fast alle gleich aus, haben aber alle ihren eigenen Charakter.

Wer Zutaten wie Kreuzkümmel, Koriander, Senfsaat, Chilipulver, Kurkuma, Nelken, Muskat und Piment im Haus hat, kommt schon seht weit, ohne überteuerte Gewürzmischungen zu kaufen, bei denen man zu fünfzig Prozent für den Namen des Herstellers bezahlt.

Montag, 22. Mai 2017

Westafrikanische Hähnchenspieße mit Erdnussmarinade


Ich musste das gute Wetter heute ausnutzen und den Grill anwerfen, um mein Tsire zu testen. Die Wahl viel auf Hähnchenspieße, die ich nach westafrikanischer Art zubereitet habe. Erstaunlich, wie die den indonesischen und thailändischen Sate-Spiessen ähneln. Erdnuss mit Schärfe ist eben eine starke Kombination. Allergiker müssen den Blog jedoch leider heute weiträumig umfahren. 

Tsire - westafrikanische Gewürzmischung


Auf der ewig andauernden Suche nach neuen aufregenden Gewürzmischungen bin ich auf Tsire gestoßen, eine leicht scharfe Angelegenheit auf Erdnussbasis aus dem westafrikanischen Raum. Dort scheint man, ähnlich wie in Indonesien oder Thailand die nussähnliche Hülsenfrucht in Verbindung mit Chili zu lieben. Das ist interessant, denn eigentlich stammt unser arachisischer Schmetterlingsblütler aus den südamerikanischen Anden und hat demnach, genau wie die Chili und vieles mehr, erst mit der "Entdeckung der neuen Welt" Einzug in die Küchen Afrikas, Asiens und Europa gefunden.

Sonntag, 21. Mai 2017

Pasta mit Huhn, Pilzen und Spargel


Normalerweise berichte ich hier ziemlich live aus meiner Küche. Es kann aber mal vorkommen, wenn auch selten, dass ich nicht direkt zum Bloggen komme und am nächsten Tag schon das nächste Rezept darauf wartet, mit der Weltöffentlichkeit geteilt zu werden. Dann verschiebt sich entweder alles um einen Tag, was ich vermeiden möchte, oder aber ich habe dann irgendwann mal einen Pfeil im Köcher, der da eigentlich gar nicht mehr sein sollte. Aber sei es drum, heute kam mir das ganz zupass.

Samstag, 20. Mai 2017

Bierbauch


Keine Angst, ich werde hier keine Nacktbilder von mir posten oder ins anatomische Detail gehen. Eins steht klar, auch wenn ich ruhig ein Kilolein weniger haben könnte, die Gefahr, dass ich einen Bierbauch bekomme ist gering. Der Grund ist einfach, ich trinke nämlich so gut wie nie Bier. So selten, dass ich heute bei der Durchsicht der Bestände sogar einiges wegkippen musste, weil es teilweise schon vor zwei Jahren abgelaufen ist. Ich habe es schon oft gesagt, bei Bier steht der Genusszuwachs im reziproken Verhältnis zur konsumierten Menge. Der erste Schluck - eiskalt - an einem heißen Sommerabend beim Grillen ist groß, ab dann geht es nur noch bergab und man bekommt einen aufgeblähten Bauch und muss ständig pullern. Bei Wein ist das anders, deshalb habe ich lieber einen schönen Roten als ein helles Blondes im Glas. Trotzdem kann man Bier ja auch zum Kochen verwenden und das haben wir ja auch bereits einige Male getan. So auch heute. Und wenn Schweinebauch und Bier nicht zusammenpassen, dann weiß ich es auch nicht.

Freitag, 19. Mai 2017

Kabsa dajaj - saudi-arabischer Reis mit Huhn


Willkommen in Saudi-Arabien, dem Land wo Erdnussöl gewöhnlich ohne "Nuss" geschrieben wird. Arabisch hatten wir hier schon einige Male, dezidiert saudi-arabsich jedoch noch nie. Das wird sich nun ändern. Heute gibt es nämlich ein leckeres Gericht aus dem Land, in dem für eine Teil der Bevölkerung Geld einer der geringeren Problem darstellt und höchstens die Frage belastet "Was mach ich mit all dem Zaster?". Die Rede ist von kabsa dajajMit kabsa werden im arabischen Raum eine Reihe von Reisgerichten beziechnet, dajaj bedeutet so viel wie "Huhn". Der Name ist Programm, denn dies sind die beiden Hauptzutaten. Man kann dies als eine Art saudi-arabisches Nationalgericht betrachten, dass auf keiner Feierlichkeit fehlen darf. Ursprünglich mag es aus dem Jemen stammen, aber das ist ja auch auf der arabischen Halbinsel zu verorten. 

Dienstag, 16. Mai 2017

Minziges Ras el-Hanout Lammkarree


Ich hätte es nach dem Kracher mit dem Entenburger für heute gut sein lassen und sagen können: "Das Lamm hebe ich mir mal für maue Zeiten auf". Hätte ich. Mache ich aber nicht, denn normalerweise wird hier "live" gekocht und davon sofort berichtet, frei nach dem Motto: "Was du heute kannst verbloggen, das verschiebe nicht auf Moggen". Außerdem zeigt dieses Gericht einmal mehr, wie ich beim Kochen ticke und manchmal so spontan Entscheidungen treffe, dass ich beim Betreten der Küche oft noch gar nicht weiß, wohin die Reise gehen wird. So auch hier. Ich habe ein Lamm erstanden, zumindest teilweise. Das muss so sein, denn die Viecher sind Herdentiere und lebendige Exemplare sollte man nicht allein halten. Für eine ganze Herde ist mir der Garten aber zu schade. Ganze tote Tiere hingegen würden mich in die Situation bringen, der Familie und besonders der Gattin, das nose to tail Prinzip nahezubringen. Ich muss kein Hellseher sein um zu wissen, dass dieses Vorhaben von vornherein zum Scheitern verurteilt wäre. Abgesehen davon mag die Holde auch kein Lamm. Also habe ich es bei einem Stück Lammkarree belassen, bestehend aus fünf Koteletts. Das ist genau die richtige Menge für die Sous-Chefin und mich.

Entenburger mit karamellisierter Orangen-Chilisauce


Was liegt bei dem Bombenwetter näher als zu Grillen? Und was gibt es Besseres als Burger? Damit das aber auf die Dauer nicht langweilig wird, denke ich mir immer gerne neue Dinge aus. Einen thailändisch inspirierten Burger, zum Beispiel. So was in der Art hatten wir schon mal, da aber mit Rinderpatty aus der Pfanne und Erdnusssauce wie bei Satay-Spießen. Diesmal habe ich Ente genommen und das Fleisch stilecht über Holzkohle gegrillt. Dazu eine verdammt einfache, aber nichtsdestotrotz wahnsinnig leckere Orangen-Chilisauce, ein bisschen Rot- und Grünzeug als Alibi und fertig ist ein Burger, der sich sehen und vor allem schmecken lassen kann. 

Montag, 15. Mai 2017

Bruschetta alla puttanesca


Einfache Sache diesmal und die Geschichte dazu ist auch schnell erzählt. Heute war es tagsüber recht schwül und das bekomme ich oft Heißhunger auf leichte Gerichte. Den ganzen Tag verspürte ich die frivole Lust auf Spaghetti alla puutanesca, neben der all'arrabbiata mein liebstes unter den "einfachen" Pastagerichten. Dummerweise hatte hier keiner Lust auf Nudeln, sondern es wurde nach Bruschetta verlangt. Ich bin ja kein Unmensch und immer zu Kompromissen bereit, wenn es um den häusliche Frieden geht, also dachte ich mir: "Warum nicht, dann machst du dir halt eine Art puttanesca auf dein geröstetes Brot". Und siehe da, es war lecker.

Sonntag, 14. Mai 2017

Albalu Polo - persischer Reis mit Sauerkirschen und Huhn


Albalu Polo gehört zu den Gerichten, die seit bestimmt zwanzig Jahren auf meiner to do  Liste stehen, ich aber aber aus irgendwelchen Gründen nie dazu gekommen bin, sie zu kochen. Ginge es nach der Familie, hätte ich mir damit noch ruhig weitere zwanzig Jahre Zeit lassen können, begeistert waren sie von diesem persischen Klassiker jedenfalls nicht. Ich fand das Ganze recht lecker, muss aber zugeben, bei der Zubereitung einen Schritt vergessen zu haben, dazu aber später mehr.

Samstag, 13. Mai 2017

Spieße aus tausendundeiner Nacht


Die gute Scheherazade hätte sich glatt tausend schlaflose Nächte, eine fusselig gesabbelte Zunge und den drohenden kreativen Burnout sparen können, wenn sie dem Kalifen das hier in der ersten Nacht serviert hätte. Dieser wäre entzückt gewesen, hätte die Tochter des Wesirs auf der Stelle begnadigt und beide wären auf einem rosa Kamel in den Sonnenuntergang geritten. Wer weiß, die Weltgeschichte hätte vielleicht einen anderen Weg genommen ...

Schweinebauch Cajun Style


Es gibt so Dinge, da kann ich einfach nicht dran vorbeigehen. Qualitätshähnchen sind da so ein Fall, Schweinebauch ein anderer. Günstig im Preis aber voller Geschmack, einfach in der Zubereitung und eigentlich immer saftig, wenn man nicht die millimeterdünnen vorgeschnittenen Streifen kauft, möglichst noch mit industriellem Gewürz "verdelt". 

Surf'n'Turf Spieße


Manchmal passt einfach alles zusammen und die Dinge machen Sinn. Es ist Wochenende, das Wetter ist bombastisch, wir wollten Grillen, die Gattin wünschte sich Jakobsmuscheln und siehe da, der Fischhändler meines Vertrauens hatte sogar welche, wenn leider auch nicht mit Schale. Morgen ist zudem der Große Preis von Spanien auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya, also habe ich mich für eine spanisch inspirierten Spieß entschieden, so eine Art reislose Paella vom Grill. Oder eben Surf (Muscheln und Garnelen aus dem Meer) and Turf (Rind und Schwein als Landtiere). Nur mit Safran mariniert, denn bei diesen ohnehin schon sehr aromatischen Produkten wollen wir nichts überwürzen. Kleiner Tipp am Rande, denn ich werde häufig gefragt (ich werde natürlich häufig nichts gefragt, aber ich muss sagen: "Ich werde häufig gefragt", denn sonst geht das ja hier nicht weiter): den Spieß kann man auch ohne Grill in der Pfanne zubereiten.

Freitag, 12. Mai 2017

Ragù mit getrockneten Steinpilzen


Wenn ich ein Restaurant hätte - und man möge mich davon abhalten, der Hybris zu verfallen, jemals eins zu eröffnen - würde dieses Ragù seine festen Platz auf der Karte haben. Ich lobe mich ja nur ungern und hier riecht es auch schon ganz komisch, aber das hier ist eine Geschmacksbombe, die einfach nur für Entzücken sorgt. Umami pur, sozusagen. Und wenn etwas gelobt werden sollte, dann die Natur und zwar dafür, dass sie solch unglaublich leckeren Organismen wie Steinpilze hervorgebracht hat.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Baharat


Ich möchte demnächst arabisch kochen und habe deshalb heute schon mal eine dafür benötigte Gewürzmischung angefertigt: Baharat. Das bedeutet übersetzt eigentlich nichts anderes als "Gewürze". Wie bei so vielen Mischungen weltweit gibt es auch hier kein feststehendes Rezept und jeder wird es auf seine Weise machen. Standardzutaten sind Pfeffer, Zimt, Kardamom, Muskatnuss, Nelken, Kreuzkümmel und Paprika. Daran habe ich mich hier gehalten. Auch hier gilt wieder: man darf gerne am Mischverhältnis drehen und so Schärfe, zimtige Wärme oder "Nelkigkeit" nach Gusto verändern.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Brathering


Heute gibt es nur mal eine kleine Bimmelbommelei: ein Folgerezept zu unserem gebratenen Hering. Da hatte ich nämlich mehr gebraten, als ich gegessen habe. Der Rest wurde dann eingelegt und durfte ein paar Tage im Kühlschrank ziehen. Das Ergebnis ist auf jeden Fall besser, als gekaufte Produkte. Die schmecken nämlich oft künstlich oder penetrant nach Süßungsmitteln. In der Cola Light stört mich das nicht, in Industriemarinaden - besonders bei fertigem Krautsalat - hingegen, finde ich das unerträglich. Aber man kann das ja, wie gesagt, auch selber machen, dann weiß man, was drin ist und wonach es schmeckt.

Dienstag, 9. Mai 2017

Hühnerfrikassee


Ich hatte ja schon neulich über den Unterschied von Blanquette und Frikassee, so wie er von Ephraims Arthurs Tochter auf ihrem Blog dargestellt wird, doziert. Dabei habe ich das Rezept für das Erstere bereits auf dem Blog hier festgehalten. Heute wusste ich nicht so recht, was ich kochen sollte, doch dann fiel mir ein, dass ich ja auch das Frikassee von Astrid Paul adaptieren könnte, so getreu des Mottos: "Es ist zwar schon alles gesagt worden, aber nur noch nicht von mir". Also hieß es frisch ans Werk. Einkaufen, Feuer unter dem Topf entfachen und loskochen.

Sonntag, 7. Mai 2017

Persisches Huhn in Granatapfel-Walnuss-Sauce (Khoresht-e Fesendschān)


Es gibt Gerichte, die unbeschreiblich lecker sind, aber auch gleichzeitig den Hobbyknipser vor unlösbare Aufgaben stellen. Fesendschān ist ein perfektes Beispiel dafür. Es ist einfach unfotogen, wenn vermutlich auch nur für den Amateur. Geschmacklich ist es dagegen über jeden Zweifel erhaben und das ist ja eigentlich auch, worauf es ankommt. Man muss halt nur die persische Küche mögen. Der Zugang dazu ist nicht immer einfach, denn ich finde, dass viele Geschmackskombinationen für den europäischen Gaumen überraschend sind und vermutlich exotischer als vieles Fernöstliche. Lässt man sich aber darauf ein, öffnet sich dem geneigten Esser eine neue Welt, voller ungeheuerlicher Aromen und verlockener Düfte.  Auch dieser leckere Schmortopf ist durch die säuerlich-herbe Note mit leichter Süße sicherlich nichts Alltägliches, kann aber süchtig machen. 

Die persische Küche kann insgesamt auf eine Jahrtausende alte Tradition zurückblicken. Es ist dabei schon interessant, dass sie sich, trotz ähnlicher Zutaten und Gewürze, teilweise ganz anders entwickelt hat als zum Beispiel die türkische, arabische oder indische Küche.

Samstag, 6. Mai 2017

Schirin Polo


Wenn es außer Caesar Salad eine Sache gibt, die die Gattin immer essen könnte, dann ist das persischer Safranreis. Da ich momentan selbst Lust auf persische Küche habe, bot es sich an, einmal Schirin Polo, den berühmten süßen Reis zu probieren. Beim Namen fällt schon die sprachliche Verwandschaft von polo zu auf pilaw oder plov auf. Schirin hingegen, bedeutet "süß" oder "wie Milch" in Altpersisch. Shirin, Sherin, Sêrîn oder ähnliches sind auch in der Türkei oder der arabischen Welt beliebte Vornamen für Mädchen.

Eine Bemerkung noch zum Titelfoto. Im Idealfall hat sich nach dem Garen auf dem Topfboden eine goldene Kruste (tahdig) gebildet. Die ist diesmal ein wenig zu dunkel geraten, obwohl es auf dem Bild schlimmer aussieht, als in Wirklichkeit. Das hier ging gerade noch so, zumal noch kein verbrannter Geschmack zu verzeichnen war.

Advieh


Ich bin ja immer auf der Suche nach spannenden Gewürzmischungen, kaufe die aber niemals fertig, sondern mische sie immer selbst. Neulich überkam mich die Laust auf persisches Essen und da fiel mir auf, dass ich gar kein Rezept für Advieh im Blog habe. Mein Vorrat an selbstgetrockneten Rosenblüten aus dem Garten war erschöpft, also habe ich flugs welche bei Spirit of Spice bestellt. Eine halbe Stunde später kam bereits die Versandbestätigung und heute, nach nicht ganz zwei Tagen, war die Sendung schon bei mir. Das nenne ich mal schnell. 

Freitag, 5. Mai 2017

Steakhouse SASH in Hameln (revisited)


Wenn man in Hameln gute Steaks essen möchte, gab es bisher eigentlich nur eine Adresse und zwar das SASH (South American Steak House). Diese Adresse hat sich nun aber geändert. Vor einiger Zeit berichtete ich schon einmal vom Besuch in Hamelns bester boviner Brutzelbude und erwähnte, neben viel Lob für das Essen, dass die Restaurantbetreiber auf der Suche nach einer neuen location (wie man so schön neu-deutsch sagt) seien. Die ist nun gefunden und der Laden hat vor nicht allzu langer Zeit im Vereinsheim des VFL Hamelns in der "Fahlte 4" wieder eröffnet. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie dankbar wir darüber sind. Zum einen natürlich dafür, dass es weiter leckere Steaks vom Lavagrill gibt. Zum anderen, weil wir seit langem zweimal im Jahr zum "Geburtstagsessen" in eben dieses Vereinsheim eingeladen wurden und es jedesmal ... nun ja ... grottig wäre untertrieben ... zum Verzweifeln war. Ein Koch, der zum totgekochten Spargel nicht nur Hollandaise aus dem Tetrapack serviert, sondern sich nicht mal die Mühe macht, diese vorher aufzuwärmen, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Als ob matschige Schnitzel und wässerige Kartoffeln nicht schon schlimm genug wären, durch eiskalte Industrie-Emulsionen werden sie nicht besser. Zum Glück ist jetzt ja aber das SASH in diesen Räumlichkeiten und man freut sich förmlich auf die nächste Geburtagsfeier.   

Mittwoch, 3. Mai 2017

Grüner Hering gebraten


Es gibt Klassiker, die so lecker sind, dass man sich fragt, warum es die nicht öfter gibt. Gebratener Hering zum Beispiel ist eine Delikatesse. Das hat man aber nicht immer so gesehen. Zeitweilig war der Fisch als "Arme-Leute-Essen" verschrien und wäre nie auf einer "anständigen" Speisekarte aufgetaucht. Viele dieser einst verpönten Gerichte werden aber irgendwann wiederentdeckt und plötzlich findet man die Graupe auch in der gehobener Gastronomie. Ganz extrem zeigt sich diese Entwicklung momentan am unter Gourmets anhaltenden "nose-tot tail-eating" Trend und was einst als Abfall galt, füllt jetzt hippe Kochbücher.

Dienstag, 2. Mai 2017

Long Chicken Sandwich


Das ich das hier heute Abend essen würde, habe ich vorhin selbst noch nicht gewusst und ich hatte eigentlich andere Pläne, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Mir haben heute zwei Schülerinnen so von den "Long Chicken" Sandwiches dieses kauzigen Kronenkaspars vorgeschwärmt, dass ich mich auf dem Nachhauseweg spontan dafür entschieden habe, in mein Fastfoodlabor hinabzusteigen und Experimente an Hühnern und Broten vorzunehmen.  

Montag, 1. Mai 2017

The Best of April 2017


Das Jahr vergeht im Flug und schon wieder ist ein Monat rum. April 2017 ist Geschichte und hat zumindest hier bei uns wettertechnisch seinem Namen alle Ehre gemacht. Immerhin hatten wir hier teilweise alle vier Jahreszeiten gleichzeitig. Mit anderen Worten, der April hat sein Bestes gegeben. Das kulinarisch Beste - gemessen an reinen Klickzahlen - des Monats hier als Top 5 Liste auf einen Blick:

Sonntag, 30. April 2017

Burger olé!


Heute gab es ein vorgezogenes 1. Mai Grillen bei guten Freunden und Nachbarn. Ich habe mir hierzu einen spanisch angehauchten Burger mit Chorizo picante im Patty gebastelt, darauf ein wenig Aioli und etwas Dattel. Eigentlich wollte ich Feigen, aber man kann nicht immer bekommen, was man will. Dazu gab es American Coleslaw

Samstag, 29. April 2017

Dry Aged Steak mit Spargel und getrüffelter Butter


Ich habe zwar gerade eine peruanische Phase und man kann bei ja mittlerweile auch ganzjährig Spargel aus dem Andenland kaufen, aber soweit geht die Liebe dann doch nicht. Bei Spargel bleibe ich in der Heimat und auch in der Zeit von März bis Juni.. Wir wissen ja, regional und saisonal sind die Stichworte und daran halte ich mich auch meist, obwohl ich mir gerade nicht sicher bin, wann Ananas bei uns Saison hat ...

Freitag, 28. April 2017

Lomo Saltado


Nach einem kurzen virtuellen Ausflug nach Kolumbien sind wir nun wohlbehalten zurück in Peru und kochen ein Gericht, das vermutlich DAS Nationalgericht des Andenstaates ist: Lomo Saltado. Der Name bezieht sich sowohl auf die Hauptzutat, als auch auf die Zubereitungsweise. Warum, ist schnell erklärt. Zunächst die 1.000.000 Euro Frage: "An welches Kochgerät denkt man bei peruanischer Küche zuerst?" Genau, den Wok. Hä? Man mag es kaum glauben, aber auch in Peru leben chinesische Einwanderer, die - ähnlich wie in den USA oder Europa - ihre Essgewohnheiten mit in die neue Heimat gebracht, sie aber um landestypische Zutaten erweitert haben. In Peru spricht man von der "Chifa-Küche", was vom der kantonesischen Begriff für "Reis essen" abgeleitet ist. Das wiederum ist auch eine Bezeichnung für "eine Mahlzeit zu sich nehmen" im Allgemeinen. Wer schon mal richtiges "Woken" gesehen hat, weiß, dass die Zutaten im Wok herumwirbeln, ja springen. Dies erklärt das saltado. Das lomo hingegen ist die Bezeichnung für ein Stück Fleisch von Lende oder Rücken. Wir haben es hier also mit einem springendem Rückenstück zu tun. Da wird ja die Kuh in der Pfanne verrückt.

Donnerstag, 27. April 2017

Chicharrón Colombiano


Wir verlassen Peru für einen Moment und wenden uns nordwärts Richtung Kolumbien. Das Land ist nicht nur nach dem vermeintlichen Entdecker des Kontinents benannt sondern hat auch in kulinarischer Sicht einiges zu bieten. Unter anderem diesen köstlichen Schweinebauch mit Schwarte, bekannt als chicharrón colombiano. Diätküche geht natürlich anders, aber man darf nicht vergessen, dass in den oft höher gelegene Andenregionen der Metabolismus anders funktioniert als hier zulande. Die Stadt Cartegena liegt zwar in etwa auf Höhe des Meeresspiegels, dafür erreichen wir in Medillin gut 1500 Meter, in der Haupstadt Bogotá sogar 2600 Meter Höhe. Das sind Bereiche also, die in den Alpen schon jenseits der Vegetationsgrenze liegen. Man hat in Südamerika aber allgemein wenig Angst Verständnis für mageres Essen.Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem brasilianischen Bekannten, der bei einem Besuch in Deutschland nur zwei Kritikpunkte hatte: zu wenig Bohnen und zu wenig Fett. 

Mittwoch, 26. April 2017

Ají de Gallina - peruanisches Hühnerchili (Aji de Gallina)


Ich hatte ja neulich angekündigt, mich ein wenig mit den Küchen Südamerikas zu beschäftigen. Den Anfang machte eine peruanische Chilsauce, die ají amarillo. Das ist natürlich nicht einfach so geschehen oder weil ich die Farbe so schön fand. Ich hatte schon einen (oder besser: mehrere) Verwendungszwecke in Sinn. Einer davon ist so eine Art peruanisches Hühnerfrikassee, ají de gallina oder chile de pollo, wie der europäische Spanier sagen würde. Hierbei lässt sich sehr gut eine Charakteristik erkennen, die fast allen Küchen Südamerikas zu eigen ist: die Verschmelzung vielfältiger Einflüsse, zumeist europäischer und asiatischer Natur, sowie die, der indigenen Völker. Die gleichzeitige Verwendung von Kartoffel (neue Welt) und Reis (alte Welt) in einem Gericht mag uns seltsam erscheinen, wird auf unserer kulinarischen Reise durch den Kontinent aber noch öfter auftauchen.

Montag, 24. April 2017

Ají Amarillo - perunanische Chilisauce (Aji Amarillo)


Wer diesen Blog hier besser kennt, wird bemerkt haben, dass ich oft thematisch koche und hin und wieder bestimmte Linien verfolge. Da kann es sein, dass ich mal eine chinesische Phase habe, oder verstärkt japanische Dinge zubereite. Dann bin ich wieder im Pastafieber oder grille bis der Arzt kommt. Dabei versuche ich immer, für Abwechslung zu sorgen und weiße Flecken auf meiner kulinarischen Landkarte mit Farbe zu füllen. Ich hab ein meinem ersten Post auf diesem Blog angekündigt, zumindest am Herd um die Welt zu reisen und ich meine, ich habe schon so einiges abgedeckt. Südamerika ist hier aber noch quasi terra incognita, ein Zustand der mir unhaltbar scheint. Es muss doch wohl mehr geben, als nur Chimichurri, so lecker das auch ist. Begeben wir uns heute also virtuell nach Peru und beginnen mit einer simplen Würzsauce, ohne die die Küche dieses Andenlandes nicht die wäre, die sie ist. Rodentophile Haustierhalter können aufatmen, es sind keine Meerschweinchen enthalten - obwohl unsere Sauce auch dazu gereicht wird.

Sonntag, 23. April 2017

Frikadellen mit Bärlauch, Ingwer und Zitronengras


Heute gibt es mal wieder etwas aus der Kiste "Fusion-Confusion", das heißt wir machen ganz krass hippe Crossoverküche. Eigentlich müsste ich mir dazu den Bart noch länger wachsen lassen, Tunnel in den Ohren haben, einen Dutt auf dem Kopf tragen und barfuß im auf Taille geschnittenen Anzug (mit Hosenträgern) rumlaufen, aber es geht auch so. Für sowas braucht man ja auch Vorlauf und das Rezept ist eher spontan beim Blick in den Garten entstanden. Da wächst zwar kein Hackfleischbaum, aber Bärlauch in rauen Mengen. Warum also nicht damit etwas sinnvolles anstellen? Es entwickeln sich zwar schon erste Knospen, aber die Geschichte, dass man blühenden Bärlauch nicht mehr essen sollte, kann ins Reich der Fabel verwiesen werden. Klar, verständlicherweise wird die Pflanze den Knospen Nährstoffe zukommen lassen, die dann nicht mehr in die Blätter gehen. Das kann zu geschmacklichen Einbußen führen. Giftig wird dadurch aber nichts. Kleiner Tipp: Die Knospen kann man sehr gut wie Kapern einlegen.